Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura

Ricard La Nicca

Juragewässer - Seeland - übrige Orte




Nach einer kurzen Militärlaufbahn wurde er, 29-jährig, Oberingenieur Graubündens. In dieser Funktion initiierte er den Bau der Alpenstrassen über den Julier- und den Malojapass. Zu seinen grössten Leistungen als Wasserbauer gehörten die Korrektion des Hinterrheins im Domleschg, die zur grössten Kulturlandgewinnung im Graubünden führte sowie seine Mitwirkung bei den Nachbesserungen am Linthwerk und natürlich seine Arbeiten zur Juragewässerkorrektion. Leidenschaftlich widmete er sich auch der damals aufkommenden Eisenbahn. La Nicca brillierte nicht nur als Ingenieur. Auch die Qualität seiner Projektunterlagen ist legendär. Seine Zeichnungen, Skizzen und Pläne gelten heute als Kunstwerke.
Mit Richard La Nicca hatten die Förderer der Juragewässerkorrektion einen Ingenieur mit Weltruf beigezogen. Als Kind hatte La Nicca im einsamen Bündner Bergdorf Tenna selbst erlebt, was ungebändigte Wasser anrichten können. Diese Erfahrungen liessen ihn nicht mehr los. Während 30 Jahren amtete er als Oberingenieur des Kantons Graubünden.
Er sollte für die Vorbereitungsgesellschaft ein neues Korrektionsprojekt ausarbeiten. Dieses 1841/42 entstandene Projekt sah die kühne Umleitung der Aare bei Aarberg in den Bielersee vor. La Niccas Pläne überdauerten die jahrelangen Streitereien zwischen den Kantonen, aber auch zwischen Wasserbauexperten, und wurden mit einigen Korrekturen 26 Jahre später umgesetzt.


Autor: 0 / Quelle: -1848
Format: Matthias Nast