Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura

Kinderfreunde und Rote Falken

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Kinderelend und Kinderfreunde
Das Elend nach dem Ersten Weltkrieg traf besonders die Kinder. Der 1908 vom Österreicher Anton Afritsch in Graz (A) gegründete Arbeiterverein «Kinderfreunde» hatte sich als Fürsorgeverein für notleidende Kinder schon in den Kriegsjahren einen Namen gemacht. Daher wurde er von der sozialdemokratischen Stadtregierung Wiens stark gefördert. Die Kinderfreunde linderten akute Not und machten mit den Kindern Ausflüge in den Wald, damit sie bei Spiel und Naturbegegnung neue Kraft schöpften. Vor allem aber vermittelten sie neue, freiere Erziehungsformen.

Die Idee kommt nach Biel
1921 erlebte der Bieler Sekundarlehrer Albert Hofer (1873-1963) in Wien, mit welchem Erfolg die Kinderfreunde Arbeiterkinder für sinnvolle Freizeitgestaltung zu gewinnen vermochten. Hofer war überzeugt, dass eine solche Idee auch in Biel Zukunft habe. Mit Gleichgesinnten gründete er 1922 die Kinderfreunde Biel – eine Schweizer Premiere.

Aufbauarbeit
Die Kinderfreunde Biel wollten den Kindern möglichst viele Möglichkeiten zu Spiel und Sport an der Sonne und in gesunder Höhenluft bieten. Schon 1923 entstand in Magglingen nach Plänen von Architekt Eduard Lanz eine Kinderfreundehütte. Der Verein betreute 1934 über 200 Kinder, und es bildete sich eine französischsprachige Gruppe.

Die Roten Falken
1925 gründete der Wiener Anton Tesarek die Roten Falken als Untergruppe der Kinderfreunde. Von den 10-14-jährigen Knaben und Mädchen wurde mehr Eigenverantwortung gefordert. Noch im selben Jahr bildete sich eine entsprechende Gruppe in Biel.


Autor: Christoph Lörtscher / Quelle: Diverse 2010
Format: 1900