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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Max Schlup

 
Max Schlup wurde am 9. Juli 1917 als Sohn einer Bauern- und Handwerkerfamilie in Lengnau geboren. Seine Berufsausbildung absolvierte er bei einem Zimmermann und verschiedenen Architekturbüros. Im Alter von 19 Jahren begann er das Technikum in Biel, das er 1939 mit Diplom abschloss. Die ersten Jahre seiner Berufstätigkeit als Architekt wurden von den Jahren des Zweiten Weltkriegs mitgeprägt: Schlup erfüllte seine militärischen Verpflichtungen und befasste sich mit der Anwendung vorfabrizierter Elemente beim Bau von Flüchtlingsbaracken.

Im dritten Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnete er ein eigenes Architekturbüro in Biel, wo er wegweisende Bauten errichtete. Schlup wird mit Alfons Berth, Hans Zaugg, Franz Füeg und Fritz Holler zu den Architekten der „Schule von Solothurn“ gezählt. Sie alle lösten sich von nationalen Vorbildern, um sich an internationalen Architekturidealen ihrer Zeit zu orientieren – das war damals die Stahl-Glas-Architektur, die sich gut für industrielles Bauen und geometrische Ordnung eignete. Typisch für die „Schule von Solothurn“ war ausserdem die Bauweise – oft wurden vorgefertigte Teile zusammengefügt.

Ein Höhepunkt in Schlups Schaffen war der Bau des Bieler Kongresshauses, das er mit Mario Scascighini und Edgar Studer verwirklichte. Der Architekturführer Biel charakterisierte das 1966 vollendete Werk als „gebaute Hoffnung“ – eine Bemerkung die sich wohl auch auf das ungewöhnliche Konzept bezog, einen Treffpunkt für Kultur, Gesellschaft und Politik und ein Hallenbad unter einem Dach zu vereinigen: Schlup schuf eine monumentale Komposition aus einem schlanken Bürohochhaus, einem zentralen Foyer und einem Kongresszentrum mit Hallenbad, das unter einem geschwungenen Hängedach vereinigt wurde. Aus René Fells Bericht im „Neuen Bieler Jahrbuch“  des Jahres 1966 geht hervor, dass viele Bielerinnen und Bieler den Gebäudekomplex als zu grossen Wurf betrachteten. Ihnen rief der damalige Verkehrsdirektor zu: „Eine Sache ist sicher: In fünfzig Jahren werden uns unsere Nachkommen dazu beglückwünschen, diese „Verrücktheit“ begangen zu haben." Indem er das Kongresshaus im Jahr 2002 unter Denkmalschutz gestellt hat, hat der Kanton diese Prognose bestätigt.

Quellen:

Das Kongresshaus, in „Neues Bieler Jahrbuch 1966“
Architekturführer Biel, Verlag Hochparterre, 2005
Architektenlexikon der Schweiz, Birkhäuser, 1998

AutorIn: Christoph Lörtscher
 
 
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