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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Spahis im Seeland

 

Was bedeutet der Begriff "Spahis"?

Zum 45. französischen Armeekorps gehörte unter anderem ein 800 Mann zählendes marokkanisches Kavallerie-Regiment. Diese Soldaten waren unter der Bezeichnung „Spahis“ (von persisch „Sepahi“ = Soldat, Reiterei) bekannt. Seit der Kolonisierung Algeriens im neunzehnten Jahrhundert verfügte auch Frankreich über Spahi-Einheiten.

Erinnerungen an die Spahis im Seeland

Eine Spahi-Einheit wurde am 20. Juni 1940 in Ipsach untergebracht. Die Ortswehr  erhielt die Aufgabe, Unterkunft und Verpflegung für etwa 400 Mann mit 100 Pferden zu organisieren. Fritz Liechti aus Ipsach erinnert sich:
„Die Vorbereitungen dauerten die ganze Nacht. Die Soldaten wurden im Saal des Restaurants Kreuz untergebracht. Mit den Gewohnheiten dieser fremden Soldaten nicht vertraut, wurden ihnen am Abend Kartoffelsalat und Schweinswürste abgegeben. Am Morgen danach lagen überall verstreut auf den Feldern und Matten die Würste umher; wir Buben mussten sie dann zusammentragen. Erst im Nachhinein kam die Erkenntnis, dass die Mohammedaner ja kein Schweinefleisch essen.
Während ihrer Einquartierung organisierten die Spahis auf dem alten Sportplatz Reiterspiele. Vor grossem Publikum mit ranghohen Militärs und Politikern waren das eindrückliche Vorführungen. Die Harmonie von Reitern und Araberpferden war einmalig.
Nach 10 Wochen Aufenthalt in Ipsach wurden die Internierten nach Witzwil verlegt.“

Der Dragoner Paul Studach erinnert sich: „Zu meinen Aufgaben in Ipsach am Bielersee gehörte es, die Nidaubrücke zu kontrollieren. Frauen aus Biel durften die Brücke Richtung Ipsach nur mit Ausweis passieren, also mit einer Wohnortsbestätigung (die Behörden befürchteten Annäherungsversuche abenteuerlustiger Damen mit internierten Spahis). Die Bekleidung der Spahis war khakifarbig, als Kopfbedeckung diente ein Turban. Die Offiziere waren mit einem roten Mantel bekleidet. Die Araberpferde waren grösstenteils Schimmel und noch einige Fuchse. Dies alles ergab ein sehr buntes Bild.“

Die Internierung der Spahis in Witzwil war die erste zentrale Unterbringung einer geschlossenen Gruppe von Internierten. Damit wurde die Idee der „Concentration“, also des Zusammenzugs an einem Ort, erstmals umgesetzt. Rund 800 Mann mit 600 Pferden wurden in einem grossen Festzelt „konzentriert“. Für dieses Vorgehen wurden zwei Gründe angegeben: erstens waren die Reiter nicht von ihren Pferden wegzubringen, zweitens war ein enormer schweizerischer Tourismus um sie entstanden, der nach Ansicht der Behörden in den Dörfern am Südufer des Bielersees zu den verschiedensten Auswüchsen geführt hatte. Kurz nach der Einrichtung des Spahis-Zeltes zwischen der Strafanstalt Witzwil und dem Broyekanal fiel der Entscheid, in Büren an der Aare ein „Concentrationslager“ für Internierte zu bauen.

Quellen:

Ipsacher Chronik, Ipsach, 2001
www.implikat.com, Homepage von Paul Studach
"Concentrationslager" Büren an der Aare 1940-1946, Baden 1999


AutorIn: Christoph Lörtscher
 
 
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