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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Der Wettbewerb der Systeme an der Schwelle zum Weltall

 

Piccards und Kipfers Stratosphärenflug war von historischer Bedeutung, weit über die erreichte Rekordhöhe hinaus. Doch obwohl Piccard sich nur wenig für diesen Aspekt interessierte, hatten seine Flüge mit Kipfer (27. Mai 1931, 15 780 Meter Höhe) und mit Cosyns (18. August 1932, 16 201 Meter Höhe) Signalwirkung: In den 1930er-Jahren sollte es an der Schwelle zum Weltall zu einem ersten Wettbewerb zwischen den künftigen Supermächten USA und Sowjetunion kommen.

Schon kurz nach Piccards Höhenrekorden machten verschiedene sowjetische Organisationen Vorschläge für einen neuen Rekordversuch. Die Finanzierung eines sowjetischen Stratosphärenprogramms war aber erst möglich, als die Rote Armee Interesse zeigte. Unter Leitung des Luftwaffenkommandeurs Georgi Prokofiew entstand der dreiplätzige Stratosphärenballon "UdSSR 1", der nach einem missglückten ersten Versuch (24. September 1933) am 30. September 1933 mit der Besatzung Georgi Prokofiew, Konstantin Gudunow und Ernst Birnbaum die Höhe von 18 500 bis 19 000 Metern erreichte. "UdSSR 1" landete in Kolomna, wo die Hälfte der 80 000 Einwohner versammelt war, um das historische Ereignis zu feiern. Als Prokofiew der Ballonkapsel entstieg, hielt er eine Ansprache, in der er den Erfolg des Fluges gänzlich der proletarischen Revolution und der Kommunistischen Partei zuschrieb. Die Ballonfahrer und der Leiter des Betriebes, der die "UdSSR 1" hergestellt hatte, wurden etwas später mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet. Der Flug wurde auch mit Sonderbriefmarken gewürdigt.
Die weiteren Rekordversuche Prokofiews mit den Ballonen "UdSSR 2" und "UdSSR 3" scheiterten ebenso wie jener von P. F. Fedossenko, A. B. Wassenko und J. D. Usyskin, die am 30. Januar 1934 mit dem Ballon "Ossowiachim 1" zwar eine Höhe von 22 000 Metern erreichten, aber wegen eines Unfalls auf der Rückkehr zur Erde ihr Leben verloren.

In den USA wurden die Stratosphärenflüge von der National Geographic Society und dem U. S. Army Air Corps finanziert. Am 20. November 1933 startete in Akron (Ohio) der Ballon "A Century of Progress" mit dem Korvettenkapitän Thomas Settle und Chester Fordney, der die Höhe von 18 665 Metern erreichte. Einen neuen Höhenrekord von etwa 23 000 Metern sollte der am 28. Juli 1934 in Rapid City (South Dakota) gestartete Ballon "Explorer 1" mit  der Besatzung William Kepner, Albert Stevens und Orvil Anderson erreichen. In einer Höhe von 18 475 Metern bildete sich jedoch ein Riss in der Ballonhülle, worauf der Ballon immer schneller an Höhe verlor. Nach der Explosion des Ballons in 1800 Metern Höhe konnte sich die Besatzung mit Fallschirmsprüngen retten - die Gondel zerschellte beim Aufprall.
Am 11. November 1935 unternahmen Stevens und Anderson einen zweiten Rekordversuch. Mit dem Ballon "Explorer II", vorsichtshalber mit dem teuren, aber nicht brennbaren Helium gefüllt, erreichten sie eine neue Rekordhöhe von 22 066 Metern. Sie brachten auch neue Erkenntnisse auf die Erde zurück, unter anderem über kosmische Strahlen die Zusammensetzung der Erdatmosphäre.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 setzte dem Wettstreit um Höhenweltrekorde zwischen den USA und der UdSSR ein vorläufiges Ende. 



AutorIn: Christoph Lörtscher
 
 
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Letzte Aktualisierung: 28.07.2015
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